IMPACT ist eine interdisziplinäre Rauminstallation, die den menschlichen Körper zum direkten Interface für audiovisuelle Kompositionen macht. Bei diesem Konzept geht es nicht um die klassische, starre Steuerung von Technik, sondern um ein intuitives und fließendes Zusammenspiel zwischen menschlicher Bewegung und digitaler Reaktion. Nutzer formen durch ihre Gesten, Berührungen und reine körperliche Präsenz in Echtzeit Klang, Licht und visuelle Projektionen. Die gesamte Installation ist als verteiltes, modulares System aufgebaut.

Die Rauminstallation gliedert sich in funktionale Kernmodule, die physische Interaktion mit Musik, Lichtarchitektur und visuellem Feedback verbinden:
DanceBass
Dieses Modul bildet das rhythmische Fundament der Installation. Über ein eigens entwickeltes funktionales Dancepad steuern die Nutzer per Fußdruck verschiedene Basstracks. Auf einer grafischen Benutzeroberfläche wird ein interaktives 3D-Auswahlkarussell projiziert, das reaktive Cover-Designs im Stil klassischer Schallplatten zeigt. Durch Druckbewegungen auf dem Pad können die Tracks spielerisch gewechselt werden.
Handscape
Handscape ermöglicht die intuitive Erzeugung und Steuerung von Schlagzeug-Patterns komplett ohne physische Instrumente. Ein hybrides Tracking-System auf Basis einer Azure Kinect DK erfasst die Hände der Nutzer über Infrarot-Tiefensensoren selbst im abgedunkelten Raum. Um eine Schlagzeugkomponente wie Kick, Snare oder Hi-Hat zu aktivieren, halten die Nutzer die entsprechende Handgeste (z. B. Zeigefinger, Peace-Zeichen oder Rock-Geste) einfach für eine gewisse Zeit stabil in die Kamera. Möchte man das Instrument wieder deaktivieren, wird dieselbe Geste erneut für ein definiertes Zeitfenster gehalten.

Lightsynth
Der LightSynth transformiert optische Reize in melodische Sequenzen. Als sichere, bürokratisch unkomplizierte Alternative zu Showlasern projiziert das System acht präzise Lichtstrahlen. Diese werden über ein Spiegel-Array senkrecht nach unten umgelenkt und repräsentieren jeweils eine Note innerhalb eines viertaktigen Patterns. Ein oben montierter LIDAR-Scanner misst permanent die Punktewolke der Umgebung. Greift ein Nutzer in die Lichtwand, erkennt das System die genaue Höhe der Unterbrechung und verändert synchron die Helligkeit des getroffenen Strahls sowie die Tonhöhe, wobei sich die Tonauswahl harmonisch auf vorher definierte Skalen beschränkt. Gleichzeitig werden die jeweiligen Notenwerte zur visuellen Orientierung direkt auf die Hand des Nutzers projiziert.
Raumausleuchtung
Die Raumausleuchtung fungiert als direktes visuelles Feedbackinstrument für das gesamte System und verbindet die Stationen zu einer raumgreifenden Einheit. Über das Netzwerk-Protokoll Art-Net steuert TouchDesigner die Scheinwerfer und Moving Heads in Echtzeit an. Anstatt die Nutzer abzulenken, übersetzt eine klare Lichtlogik die Interaktionen an den Modulen in eindeutige Lichtzustände: Laufende Auswahlprozesse werden in Weiß dargestellt, erfolgreiche Bestätigungen in Grün rückgemeldet und verworfene Aktionen in Rot visualisiert. Ergänzt wird diese Funktions-Logik durch ein dynamisches Raum-Ambiente, das fließend auf die Musik reagiert. So entsteht eine harmonische Gesamtatmosphäre, die sich nicht nur auf die einzelnen Stationen beschränkt, sondern den gesamten Raum pulsieren lässt. Sanfte Helligkeitsverläufe und automatische Dimm-Effekte runden dieses immersive Erlebnis ab.
Über uns

Wir sind ein studentisches Team aus dem Studiengang Media Engineering. Unser IMPACT-Projekt steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Alexander von Hoffmann. Das Team besteht aus sieben Personen, die im Zuge der intensiven Zusammenarbeit eng zusammengewachsen sind: Adolf Hermann, Mina Bajalani, Sidney Goodheart, Jennifer Müller, Daniel Müller, Nazay Özkan und Alina Weiß. Unsere gemeinsamen Arbeiten leben von technologischem Entdeckergeist, immersiven Raumkonzepten und der Leidenschaft für interaktive Medien.